Die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren in England geprägt von der sozialen, wirtschaftlichen und geistlichen Not. Abertausende von obdachlosen jugendlichen bevölkerten die Großstadt London. Sie fristeten ihr Leben mit Diebstahl, um ihren Hunger zu stillen. Die einsetzende Industrialisierung beutete die Menschen aus. Gleichzeitig brachte sie umwälzende Veränderungen mit sich: Eisenbahn, Dampfschiffe, Gaslicht u.a.
Der entscheidende Mann - George Williams
… In der Lehrzeit bei einem Tuchhändler in Bridgewater wird George
Williams bei einem Gottesdienst von der Predigt so angesprochen,
dass er im Gebet sein Leben Gott anvertraut. Der Sechzehnjährige
schreibt auf einen kleinen Zettel "Gott zuerst".
Das wird sein Motto für sein ganzes Leben.
1841 kommt er nach London und findet in einem der ersten Modehäuser
eine Anstellung. Vor dem Schlafengehen betet George wie gewohnt
laut. Im großen Schlafsaal, in dem alle Angestellten übernachten,
schlägt das wie eine Bombe ein. Er muss sich Spott und Hohn
anhören. Aber einer sagt zu ihm, dass er morgen mitbeten wolle.
Immer mehr Kollegen gewinnt George; durch ein Austernessen
überwindet er die letzten Abseitsstehenden. Nun ist der Betrieb
christlich.
Gründung des CVJM
In einem Zimmer des Modehauses sitzen 12 Freunde zusammen. Sie
beten, diskutieren, planen. Sie fühlen sich innerlich gedrängt,
gegen die große geistliche Not in London etwas zu unternehmen.
Schließlich gründen sie am Donnerstag, den 6. Juni 1844 unter der
Leitung von George Williams den YMCA ( Young Men´s
Christian Association, deutsch: CVJM =
Christlicher Verein Junger Männer). Sie wollen junge Männer -
zunächst aus der Textilbrache - für Jesus gewinnen. Dies kann nur
am Sonntag getan werden, da man werktags 16 Stunden pro Tag
arbeiten muss. Alle Kosten müssen von den Freunden selbst
aufgebracht werden. Das Geld dafür spart man sich buchstäblich vom
Munde ab. Man mietet Vereinslokale, hält Bibelstunden, bietet
kostenlos Tees an, hält Lumpenschulen (lehrt obdachlosen Kindern
anhand der Bibel Lesen und Schreiben). Williams setzt sich dafür
ein, dass die Arbeitszeit verkürzt wird. Er will die unmenschliche
Ausbeutung eindämmen. Er möchte die vielen ehrenamtlichen Aufgaben
besser wahrnehmen können. In mehreren Schritten kann die
Arbeitszeitverkürzung zunächst in der Textilbranche, dann für die
gesamte Wirtschaft erreicht werden. Nun muss man "nur" noch täglich
von 6 bis 19 Uhr arbeiten, samstags bis 14 Uhr. Die CVJM - Arbeit
nimmt ständig zu. Schon 1848 muss man einen hauptamtlichen
Mitarbeiter, einen CVJM - Sekretär, anstellen.
(Quelle: www.cvjm-weidenau.de)
Vor über 150 Jahren trafen sich am Rande der Weltausstellung
1855 in Paris 99 junge Männer aus neun Ländern und gründeten
den Weltbund der CVJM.
Bei aller Verschiedenheit hatten sie eins gemeinsam: Jesus Christus
war die Nummer eins in ihrem Leben und sie wollten, dass junge
Menschen in aller Welt ihn kennen lernen und ihr Leben unter seinen
Einfluss stellen.
Sie brachten das auf einen Satz, der bis heute die Grundlage, das
Mission Statement des CVJM in aller Welt ist. Wir nennen diesen
Satz die "Pariser Basis".

