Blinde Suche - Der Ausgang aus der Höhle
- Durchführung:
- Der Gruppe wird zunächst ein Gegenstand wie bsp. eine
Teppichfliese präsentiert und darauf hingewiesen, dass man sich
diesen Gegenstand gut einprägen soll. Danach werden allen
Mitspielern die Augen verbunden.
- „Stellt euch vor, ihr habt noch nie etwas gesehen. Kein Licht,
keine Farben, nichts. Noch nie in eurem Leben. Jetzt habt ihr
von irgendjemandem gehört, dass es irgendwo einen Ort gibt, wo
das Licht strahlt, die Farben leuchten, man Gerüche wahrnehmen
kann. Ihr könnt dort alles sehen. Dieser Ort ist da, wo
die Teppichfliese (der Gegenstand) liegt.
- Die Teppichfliese liegt irgendwo auf dem Boden
(Achtung, nicht sagen: hier
im Raum!!!). Macht euch auf
allen Vieren auf die Suche nach dem Ort, wo ihr sehen könnt.
Wer nicht mehr allein weitersuchen möchte, wer aufgeben möchte und
Hilfe braucht, der hebt die Hand. Dann führe ich ihn zu dem
Ort. Aber: Habt Ausdauer!!!“
- Wichtig: Die Teppichfliese wird außerhalb des
Raumes, bzw. der Reichweite der
Teilnehmer platziert.
- Heben einzelne Teilnehmer die Hand mit der Bitte nach Hilfe,
führt der Leiter diese Teilnehmer raus zu der Fließe und sagt: „Ich
bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln
in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh.
8,12)
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum
Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)
„Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingeht, der wird selig
werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ (Joh.
10,9)
- Reflexion:
- Jeder soll erst mal sagen, wie es für ihn war:
- Komisches Gefühl, dass andere schneller waren.
- „Jetzt im Nachhinein erlöst.“
- „Ich hab irgendwann kapiert, dass ich es aus eigener Kraft
nicht schaffe.“
- Man hat jede Ecke eigentlich schon abgesucht und nichts
gefunden. -> Frust!
- Orientierungslosigkeit, irgendwann keine Lust mehr zu
suchen.
- „Ich hab mein Möglichstes getan, ich find’s einfach
net!“ -> Hilfe
- mal eine Erfahrung, völlig blind zu sein
- „Ich will das wirklich finden!“ -> Man macht einfach
weiter, ABER: Was passiert, wenn ich ganz alleine (übrig)
bin?
- Gab es verwendete Taktiken?
Frage: Hat sich jemand von Euch überlegt, mit jemand
anderem zusammenzuarbeiten?
Frage: Habt ihr was Besonderes erlebt während der
Suche?
Frage: Wer fühlt sich ein wenig verarscht oder
genervt
→ gibt es einen Grund dafür?
→ Es hat niemand versprochen, dass das Ziel in dem Raum liegt!!!
(s.o.)
Frage: Was hat
motiviert, weiter zu machen bzw. nicht die Hand zu geben?
Frage: Wie war’s für die am Rand beim
Zuschauen?
Frage: Warum habt ihr von außen den drinnen nicht
geholfen?
- Gedanken:
Da hatte jemand Mitleid (von
denen, die schon draußen saßen), aber keiner hat es ausgedrückt
(z.B. auch durch Hilfe).
Jemand ist der/die Letzte und alle anderen sind
fertig. → Warum bin ich der/die Letzte?
Stolz & Suche nach Gott → Jeder hat in der Welt
seine Taktik auf der Suche:
streckenweise gemeinsam mit anderen
· Suche in verschiedenen Religionen
· mal hier, mal dort versuchen, glücklich zu werden
usw.
· manche geben ihren Stolz auf, nehmen (die angebotene)
Hilfe an und kommen ans Ziel.
UND: Diejenigen, die draußen sitzen könnten
helfen….
- → Frage: Wie hab ich mich jetzt
bei diesem Spiel verhalten???
Heidi Mößner
Ergänzungen aus dem Buch "Sinn gesucht - Gott erfahren":
Auswertung: Gespräch
Mögliche Impulse:
- Was habe ich erwartet
zu finden? Was habe ich gehofft?
- Wie habe ich gesucht?
- Was habe ich auf meiner Suche erlebt?
War die Suche an sich fürmich positiv oder
negativ?
- Was hat mich bei der Suche behindert, was hat mir die Lust
genommen, weiterzusuchen?
- War ich enttäuscht oder überrascht, als ich angekommen bin?
- Was bedeutet es für mich, nicht alleine an das Ziel meines Suche
gekommen zu sein?
- Bin ich in meinem Leben auf der Suche nach einem Leben mit Gott /
mit Christus?
- Wann habe ich dieses Suchen besonders stark erfaheren? Was habe
ich gefunden?
- Wann hatte ich schon einmal das Gefühl, Gott ganz nahe zu
sein?
Wo kommt Gott mir ganz nahe?
- Habe ich die Suche schon einmal aufgegeben? Was hat mich dazu
bewegt?
- Was hat ich dazu bewegt, die Suche wieder aufzunehmen?
- Ist es enttäuschend, nicht aus eigener Kraft zu Gott kommen
zu können oder ebruhigend zu wissen, dass ott mich auf einem ganz
eigenen Weg zu sich führt?
- Wie können wir dann andere Menschen zu Gott führen?
Was heißt der Auftrag Gottes, alle Menschen der Welt
zu ihm einzuladen, dann für uns?
- Von wem möchte ich mich bei der Suche nach Gott helfen
lassen?
Lernimpuls(e):
Gott will uns durch Jesus
Christus aus unserer Dunkelheit und Begrenztheit, letztlich aus
unserem Getrennt-Sein von Gott herausführen. Er will uns ein neues,
anderes, erfüllteres Leben schenken, ein Leben im Licht der
Gegenwart Gottes, als Gegenüber seines Angesichtes. Ein Leben als
wahre Menschen, frei von alles Unvollkommenheit und Schuld. Dieses
Leben können wir uns nicht erarbeiten oder verdienen, Gott schenkt
es uns allein aus Gnade (Römer 3, 23-24). Gott schenkt sich uns
(Römer 8, 32). In der gemeinsamen Abendmahlsfeier wird dieses
Geschenk besonders ergreifbar und erlebbar. Im Prinzip ist es noch
nicht einmal notwendig, dass wir suchen oder um Hilfe bitten (Römer
9, 16). Wer von Gott gefunden wurde, kann oft nicht anders, als
loszugehen, um in Gottes Namen Menschen zu finden und zu Gott und
zu seinem Fest einzuladen (Matthäus 28, 19-20).
Quelle: Achim Großer in: "Sinn gesucht - Gott
erfahren." Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Herausgegeben
vom Arbeitskreis Erlebnispädagogik im Evangelischen Jugendwerk in
Württemberg (ejw). Stuttgart 2005; S. 78/79
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