CVJM Aalen
Durchquerung des Schilfmeers
http://www.cvjm-aalen.de/durchquerung-des-schilfmeers.html

© 2012 CVJM Aalen
 

 

 


Genaue Instruktion.
Armbanduhren wegen Verletzungsgefahr ablegen.


Ein Veratwortlicher kontrolliert die Aufstellung der Gruppe.


"Bereit?" - "Bereit !!!"


Wer vertraut, kann loslaufen.

Durchquerung des Schilfmeeres

Mögliche Rahmengeschichte:
Das Volk Israel ist gerade auf der Flucht vor den Ägyptern. Es ist nun am Schilfmeer angekommen, welches nun durchquert werden muss. Das Schilfmeer teilt sich so, dass das Volk Israel unbeschwert hindurch schreiten kann.

Ablauf und Spielbeschreibung:

1. Grundaufstellung:
Die Gruppe bildet eine Gasse so, dass sich jeweils 2 Personen leicht versetzt gegenüberstehen. Nun streckt jeder die Hände aus so, dass eine Art Reißverschlussverfahren entsteht.
Die Gruppe bestimmt nun einen Kommandeur, der die Gruppe im Blick hat und der dem „Flüchtenden“ Signale gibt. Es muss auch geklärt werden, ob der Reißverschluss nach unten oder nach oben geöffnet wird.
Bei Anfängern empfiehlt es sich die Hände nach unten zu tun, aufgrund von Verletzungsgefahr im Gesichtsbereich.

2. Ablauf:
Am Anfang stellt sich der „Flüchtende“ in einigen Metern Entfernung zum „Schilfmeer“ auf. Wichtig ist dabei, dass er in einer Linie mit der Menschengasse steht. Wenn er sich richtig aufgestellt hat, fragt er die Gruppe, ob sie bereit ist.
Der Kommandeur checkt nochmals ob alle richtig stehen und gibt dem Flüchtenden dann grünes Licht.
Daraufhin rennt der Flüchtende direkt auf die „blockierte“ Gasse zu.
Die Geschwindigkeit sollte dabei auf die Kooperationsfähigkeit der Gruppe und auf das eigene Zutrauen abgestimmt werden. Am Anfang sollte man grundsätzlich noch vorsichtiger sein, da die Gruppe noch nicht aufeinander eingespielt ist.
Kurz bevor der Flüchtende das Schilfmeer erreicht, öffnen diejenigen, die am vorderen Ende der Menschengasse stehen den „Reißverschluss“. Mit kurzer Verzögerung reißen auch die Nachfolgenden die Hände nach oben bzw. unten.
Hat der Flüchtende erfolgreich die Menschengasse passiert, so darf sich jemand anders freiwillig melden.

Mögliche Gefahren:
- Gruppe macht zu viel Witze, ist unkonzentriert
- es wurden keine eindeutigen Zeichen/Signale ausgemacht
- Verletzungen à Vertrauen ist gebrochen

Tipp: Bei unerfahrenen Gruppen empfiehlt es sich, dass der Kommandeur nicht aktiv im Spiel mitwirkt und stattdessen vom Seitenrand aus Anweisungen gibt und das Spielgeschehen überwacht.

Simon Grosser

Ergänzungen aus: "Sinn gesucht - Gott erfahren." Erlebnispädagogik im christlichen Kontext.

Verlauf:
Bei der Übung wird für Kinder und Jugendliche erfahrbar, dass sich dort plötzlich ein Weg eröffnet, wo sie ihn zuvor nicht vermutet hätten. Dies bedeutet immer ein Wagnis. Doch gerade indem die Teilnehmenden diese Herausforderung eingehen, lernen sie, dem Unmöglichen zu vertreuen. Egal ob mit "augen zu und durch", mit dem Händen vorm Gesicht oder mit lautem Geschrei: die Teilnehmenden laufen los und erleben, wie sich die scheinbar ausweglose Situation verändert. Sie bahnen sich ihren Weg mit Vertrauen. Und womöglich wird dabei auch etwas von demjenigen erfahrbar, der von sich selbst sagt: "Ich bin der Weg"! (Johannes 14, 6).

Intervention:
Es sollte klargemacht werden, dass alle sich im Zweifelsfall in Richtung Sicherheit entscheiden. Daher ist es bei dieser Übung sinnvoll, einen zweiten Versuch zuzulassen, bei dem das Risiko etwas gesteigert werden kann.
Bei größeren Gruppen ist vor allem darauf zu achten, dass auch die sich weiter hinten in der Gasse befindenden Spielenden voll auf die Ankunft der Laufenden konzentriert sind.

Auswertung:
Als Reflexionsmethode können für das Erlebte Kärtchen mit Bibelworten zur Reflexion bereitgestellt werden. Beispielsweise: "Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat" (Hebräer 10, 35) oder:"Die Angst meines Herzens ist groß." (Psalm 25, 17)
Eine offenere Variante wäre, Schlümpfe oder andere Speilfiguren zur Verfügung zu stellen. Die Teilnehmenden suchen sich dann eine zu ihrer Erfahrung passende Figur aus und berichten anhand dieser, was sie der Gruppe an Erlebnissen mitteilen wollen.

Lernimpuls:
- Vertauen in mich, andere und die "ungeahnten Möglichkeiten";
- Abtauchen / Selbstschutz während der Herausforderung;
- Wagnisse eingehen und bestehen;
- Umgang mit Versprechen / Zusagen;
- Hindernisse und Blockaden auf dem Lebensweg.

Quelle: "Sinn gesucht - Gott erfahren." Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Herausgegeben vom Arbeitskreis Erlebnispädagogik im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw). Stuttgart 2005

Zum nächsten Spiel ...