Mögliche Rahmengeschichte:
Das Volk Israel ist
gerade auf der Flucht vor den Ägyptern. Es ist nun am Schilfmeer
angekommen, welches nun durchquert werden muss. Das Schilfmeer
teilt sich so, dass das Volk Israel unbeschwert hindurch schreiten
kann.
Ablauf und Spielbeschreibung:
1. Grundaufstellung:
Die Gruppe bildet eine Gasse
so, dass sich jeweils 2 Personen leicht versetzt gegenüberstehen.
Nun streckt jeder die Hände aus so, dass eine Art
Reißverschlussverfahren entsteht.
Die Gruppe bestimmt nun einen Kommandeur, der die Gruppe im Blick
hat und der dem „Flüchtenden“ Signale gibt. Es muss auch geklärt
werden, ob der Reißverschluss nach unten oder nach oben geöffnet
wird.
Bei Anfängern empfiehlt es sich die Hände nach unten zu tun,
aufgrund von Verletzungsgefahr im Gesichtsbereich.
2. Ablauf:
Am Anfang stellt sich der „Flüchtende“ in
einigen Metern Entfernung zum „Schilfmeer“ auf. Wichtig ist dabei,
dass er in einer Linie mit der Menschengasse steht. Wenn er sich
richtig aufgestellt hat, fragt er die Gruppe, ob sie bereit
ist.
Der Kommandeur checkt nochmals ob alle richtig stehen und gibt dem
Flüchtenden dann grünes Licht.
Daraufhin rennt der Flüchtende direkt auf die „blockierte“ Gasse
zu.
Die Geschwindigkeit sollte dabei auf die Kooperationsfähigkeit der
Gruppe und auf das eigene Zutrauen abgestimmt werden. Am Anfang
sollte man grundsätzlich noch vorsichtiger sein, da die Gruppe noch
nicht aufeinander eingespielt ist.
Kurz bevor der Flüchtende das Schilfmeer erreicht, öffnen
diejenigen, die am vorderen Ende der Menschengasse stehen den
„Reißverschluss“. Mit kurzer Verzögerung reißen auch die
Nachfolgenden die Hände nach oben bzw. unten.
Hat der Flüchtende erfolgreich die Menschengasse passiert, so darf
sich jemand anders freiwillig melden.
Mögliche Gefahren:
- Gruppe macht zu viel Witze, ist
unkonzentriert
- es wurden keine eindeutigen Zeichen/Signale ausgemacht
- Verletzungen à Vertrauen ist gebrochen
Tipp: Bei unerfahrenen Gruppen empfiehlt es sich, dass der Kommandeur nicht aktiv im Spiel mitwirkt und stattdessen vom Seitenrand aus Anweisungen gibt und das Spielgeschehen überwacht.
Simon Grosser
Ergänzungen aus: "Sinn gesucht - Gott erfahren." Erlebnispädagogik im christlichen Kontext.
Verlauf:
Bei der Übung wird für Kinder und Jugendliche erfahrbar, dass sich
dort plötzlich ein Weg eröffnet, wo sie ihn zuvor nicht vermutet
hätten. Dies bedeutet immer ein Wagnis. Doch gerade indem die
Teilnehmenden diese Herausforderung eingehen, lernen sie, dem
Unmöglichen zu vertreuen. Egal ob mit "augen zu und durch", mit dem
Händen vorm Gesicht oder mit lautem Geschrei: die Teilnehmenden
laufen los und erleben, wie sich die scheinbar ausweglose Situation
verändert. Sie bahnen sich ihren Weg mit Vertrauen. Und womöglich
wird dabei auch etwas von demjenigen erfahrbar, der von sich selbst
sagt: "Ich bin der Weg"! (Johannes 14, 6).
Intervention:
Es sollte
klargemacht werden, dass alle sich im Zweifelsfall in Richtung
Sicherheit entscheiden. Daher ist es bei dieser Übung sinnvoll,
einen zweiten Versuch zuzulassen, bei dem das Risiko etwas
gesteigert werden kann.
Bei größeren Gruppen ist vor allem darauf zu achten, dass auch die
sich weiter hinten in der Gasse befindenden Spielenden voll auf die
Ankunft der Laufenden konzentriert sind.
Auswertung:
Als Reflexionsmethode
können für das Erlebte Kärtchen mit Bibelworten zur Reflexion
bereitgestellt werden. Beispielsweise: "Darum werft euer Vertrauen
nicht weg, welches eine große Belohnung hat" (Hebräer 10, 35)
oder:"Die Angst meines Herzens ist groß." (Psalm 25, 17)
Eine offenere Variante wäre, Schlümpfe oder andere Speilfiguren zur
Verfügung zu stellen. Die Teilnehmenden suchen sich dann eine zu
ihrer Erfahrung passende Figur aus und berichten anhand dieser, was
sie der Gruppe an Erlebnissen mitteilen wollen.
Lernimpuls:
- Vertauen in mich,
andere und die "ungeahnten Möglichkeiten";
- Abtauchen / Selbstschutz während der Herausforderung;
- Wagnisse eingehen und bestehen;
- Umgang mit Versprechen / Zusagen;
- Hindernisse und Blockaden auf dem Lebensweg.
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Quelle: "Sinn gesucht - Gott erfahren." Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Herausgegeben vom Arbeitskreis Erlebnispädagogik im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw). Stuttgart 2005 |




